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Pottbäckermarkt am 8. und 9. Mai in Krefelder Innenstadt




Der Pottbäckermarkt lädt am Muttertags-Wochenende 8. und 9. Mai in der Krefelder Innenstadt zum Rundgang über Dionysiusplatz und Rheinstraße ein. Über 100 Aussteller kommen aus der Region und europäischen Ländern wie Italien, Ungarn, Tschechien, Belgien und den Niederlanden, um Keramikkunst für Sammler bis hin zu traditioneller Töpferware zu präsentieren. Der 11. Niederrheinische Keramikpreis wird am Sonntag, 9. Mai, um 15 Uhr von Krefelds Bürgermeisterin Karin Meincke an einen Künstler übergeben. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Organisiert wird die Großveranstaltung vom Krefelder Stadtmarketing.
Hervorgehend aus der ehemaligen Werkkunstschule, wird in Krefeld an der Hochschule Niederrhein Produktdesign gelehrt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Szene freier Keramik-Künstler in der Samt- und Seidenstadt groß ist. Auf dem Pottbäckermarkt stellen Studierende der HN hochwertige, innovative Keramikarbeiten aus ihrem Projekt Pot(t)entiale aus, die in diesem Jahr erstmals auf dem Markt zum Kauf angeboten werden. Es handelt es sich um eine Auswahl ihrer Designprodukte aus Materialien wie Tonkeramik, Porzellan und Glas.
Passend zum bevorstehenden Pottbäckermarkt zeigt das Museum Burg Linn aktuell eine Ausstellung von Keramikgegenständen aus mehreren Jahrhunderten von verschiedenen Kulturen: aus Deutschland und der Türkei. Damit unterstreicht das Museum die deutsch-türkische Freundschaft und schafft Blickwinkel für Neues und Altes. Die Welt wandelt sich, Traditionen verwischen, die Zukunft hält unaufhaltsam Einzug. Porzellanmanufakturen und Keramiker können nicht umhin, neue Wege zu gehen, dürfen die Gegenwart nicht aus den Augen verlieren und besinnen sich gleichzeitig auf alte Werte. Die Ausstellung im Museum Burg Linn mit Keramik aus den Porzellanstädten Selb (Oberfranken) und Kütahya (Anatolien) illustriert anschaulich die Gratwanderung im Grenzbereich zwischen Historie und Moderne, zwischen Alltagsgegenstand und Kunst. Zu sehen ist eine deutsch-türkische Farb- und Formenpracht, deren Ornamentik die Wurzeln bisweilen bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Keramik in Krefeld ist gleichermaßen Zukunft und Tradition. Seit Jahrhunderten zieht sich dieses Thema durch die Historie der Stadt am Niederrhein. Zeugnisse jener Geschichte, sowohl Scherben als auch vollständige Gebrauchsgegenstände aus Ton, zum Teil rückdatierbar bis ins 18. Jahrhundert, sind im Museum Burg Linn ausgestellt. Die hier ansässige größte Sammlung niederrheinischer Keramik belegt die lange Tradition der Pott- und Pannenbäcker, Schotteldreher, Töpfer und Häfner in Krefeld. Hülser Schüsseln sind ebenso ausgestellt wie Fliesen, Löffelhalter, Tabakdosen oder Rasierschüsseln, Vasen, Teller, Krüge, Hochzeitsschalen, Prunkschüsseln, (Kamin-) Kacheln. Zur Verzierung der Fliesen dienten meist religiöse Motive wie Passions-, Marien- und Heiligenbilder. Doch auch den einen oder anderen Spruch malten die Künstler gerne auf. Dieser eigenwillige Humor zielte dabei gerne mal auf ein freudiges Trinkverhalten ab. So lautete ein Spruch folgendermaßen: Eß, was gar ist; drenk was klar ist; red, was wahr ist.
Übrigens kann man noch heute auf dem Hülser Berg den Pottbäckerweg entlang wandern. Dort, wo vor 300 Jahren die Pottbäcker ihren Lehm in Kuhlen gestochen und fertige Ware angeboten haben. Der Wanderclub Frisch Auf' 83 Hüls bietet dorthin regelmäßig Touren an. Wanderer können hier immer wieder trichterförmige Vertiefungen entdecken, in denen die Pottbäcker nach Ton suchten. Diese kamen zustande, weil die Gruben, nachdem sie nichts mehr hergaben, mit anfallenden Bruchscherben aufgefüllt wurden. Im Laufe der Zeit sanken die Scherben zusammen, wodurch die heute mit Moos und Laub bedeckten Waldlöcher entstanden.